Änderungen bei Strom- und Gaspreisen
04.November 2008
Während der Preis für Heizöl derzeit weiter sinkt, ziehen die Anbieter von Gas die Kosten an. In den letzten Monaten haben etwa die Hälfte der deutschen Gaslieferanten ihre Preise bereits erhöht, jetzt sollen von weiteren 100 Anbietern zum Jahreswechsel Erhöhungen folgen. Durchschnittlich 10,9 Prozent zahlen die Kunden dann mehr, das macht bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden rund 150 Euro mehr im Jahr. Freuen können sich die Abnehmer der Stadtwerke Merseburg und der Gasanstalt Kaiserslautern- diese planen eine leichte Senkung der Preise. Das die Gaspreise jetzt so stark anziehen liegt an der Kopplung der Kosten für Öl und Gas. Der Gaspreis folgt dem Ölpreis jedoch mit einigen Monaten Verspätung, so dass er jetzt die Ölpreisspitze des Sommers spiegelt. Mit einer Senkung ist demnach erst im Frühjahr wieder zu rechnen.
Dagegen wird für die Strompreise derzeit eine Stagnation angenommen. Grund dafür ist der Zusammenschluss der drei großen deutschen Stromlieferanten Vattenfall EnBW und E.on zum 21. Dezember 2008. Die Zusammenarbeit soll Über- und Unterproduktion von Strom verhindern. Bislang wurden die vier Netzzonen, in die Deutschland eingeteilt ist, von einem Anbieter mit Strom versorgt. Nun werden die Netze geöffnet, der produzierte Strom kann schneller fließen- Strommangel und auch -überschuss werden so ausgeglichen. Der Zusammenschluss spart jährlich eine Summe im oberen zweistelligen Millionenbereich ein, diese Einsparungen sollen nach und nach an den Verbraucher weitergegeben werden. Sollte die Zusammenarbeit der Konzerne erfolgreich verlaufen, werden die Strompreise demnach gesenkt. Der vierte große Netzbetreiber RWE dagegen entschied sich gegen die Kooperation.
Daneben steht derzeit die Einrichtung einer großen deutschlandweiten Netz AG zur Diskussion, die zu einer finanziellen Entlastung der Endkunden führen soll. Derzeit wollen jedoch weder RWE noch EnBW ihre Stromnetze dafür verkaufen.
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