Alles auf Pump – Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital
07.November 2008
Auch das ist möglich: ganz ohne eigenes Geld eine Immobilie zu finanzieren. Einige Finanzdienstleister bieten solche Produkte an. Ob dies empfehlenswert ist, steht allerdings wieder auf einem ganz anderen Blatt.Die schon seit geraumer Zeit günstigen Zinsen in Kombination mit einem Käufermarkt bei Immobilien bringen viele auf die Idee, diese Chance zu nutzen und sich nunmehr die eigenen vier Wände zu leisten, bevor die Zinsen wieder steigen oder die Immobilienpreise in wieder in die Höhe gehen. Geht man dabei den üblichen Weg einer Finanzierung, also bringt etwa eine Eigenkapitalquote von durchschnittlich dreißig Prozent mit, kann sich die Finanzierung in der Regel jeder mit einem geregelten durchschnittlichen Einkommen leisten. Das kann in Einzelfällen sogar preiswerter sein, als eine Wohnung oder ein Haus zu mieten. Da der Markt im Augenblick dafür günstig ist und die Banken natürlich angesichts der niedrigen Zinsen möglichst viele Kredite verkaufen wollen, um durch Masse die Margen zu erhöhen, kommen immer mehr Angebote auf den Markt, auch ohne die übliche Eigenkapitalquote eine Finanzierung zu machen. Dabei werden manchmal nicht nur der volle Kaufpreis, sondern auch noch etliche Nebenkosten in den Kredit eingerechnet, mitunter sogar Teile der Einrichtung.
Was sich verlockend anhört, hat jedoch seine Schattenseiten. Eine Finanzierung ohne eigenes Geld ist zu erst einmal spürbar teurer als ein normaler Immobilienkredit. Das kann bis zu einem Prozent mehr Zinsen ausmachen. Außerdem geht der Häuslebauer ein hohes Risiko ein. Bei irgendeinem nicht vorhergesehenen Ereignis kann man sehr rasch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Nicht nur, dass man höhere Raten zahlt als der normale Immobilienkunde; es fehlt auch an Rücklagen, um Notfälle zu bewältigen. Eine längere Arbeitslosigkeit kann da schon zu Rückständen bei den Ratenzahlungen führen, was Banken gar nicht gerne sehen. Schnell ist der Kredit da gekündigt und die finanzielle Katastrophe da. Das Risiko sollten also nur solche Leute eingehen, die sich ihres Jobs sicher sein können – also im Grund kommt er nur für Beamte in Frage.
Wer mit einer Vollfinanzierung nicht sein Traumhaus, sondern zum Beispiel eine Erstimmobilie finanziert, kann damit jedoch durchaus richtig liegen. Sofern die Raten nicht höher liegen als die bisherige Miete und die Nebenkosten vergleichbar sind.
Da kann man sogar riskieren, einmal kürze Zeit arbeitslos zu sein, da, sofern die Immobilie nicht unangemessen ist, während der Zeit der Arbeitslosigkeit die Zinszahlungen von der Agentur für Arbeit erhält.
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