Bausparen – Vor,- und Nachteile kennen und nutzen

21.Juli 2008

Bausparen ist eine der beliebtesten Sparformen hierzulande. Die beinahe hunderjährige Geschichte des Bausparens ist eine einzige Erfolgsgeschichte und ein Ende ist nicht abzusehen. Diese typisch deutsche Erfindung etabliert sich mittlerweile sogar im Ausland. Ein Grund dafür dürfte der äußerst attraktive Zinssatz sein, mit dem alle Bausparkassen werben. Er liebt stets deutlich unterhalb der Zinsen der Banken und anderer Kreditgeber. Auf den ersten Blick erscheint also der Bausparvertrag die günstige Alternative zu sein, um an einen Immobilienkredit zu kommen. Das ist so allerdings nicht ganz richtig, da diese  Sparform auch mit einigen Nachteilen einher geht. Dazu muss man sich das Prinzip des Bausparens kurz vor Augen führen. Um an einen Kredit zu kommen, muss man vorher in den Vertrag regelmäßig oder auf einmal mit einer größeren Summe einzahlen. Die Mindesteinlage, die vor einer Darlehensauszahlung erreicht sein muss, wird vorher bei Abschluss des Vertrages vereinbart. Ist das Sparziel erreicht, erhält man ein Darlehen, das um sechzig Prozent höher ist als die vorher eingezahlte Summe, bei der auch die (niedrigen) Guthabenzinsen mit eingerechnet werden.Der Haken bei der Sache ist allerdings, dass man bei Vertragsabschluss nicht wissen kann, wann genau man den Kredit erhalten wird. Es genügt nämlich gerade nicht, die geforderte Einlage zu bringen, vielmehr muss man warten, bis der Vertrag zuteilungsreif ist, wie es im Bausparkassenjargon heißt. Zuteilungsreif ist der Vertrag genau dann, wenn die Bausparkasse genügend Kapital zur Verfügung hat. Dies ist dann der Fall, wenn der Immobilienmarkt gerade eine Hausse durchmacht und entsprechend viele Bau,- und Kaufwillige Verträge abschließen und einzahlen. Das Darlehen wird nämlich aus dem Kapital gewährt, dass die noch auf Zuteilung Wartenden einzahlen. Hier kommt das Solidaritätsprinzip zum Vorschein, auf dem der Bauspargedanke ursprünglich beruht. Den Bausparkassen ist es gar nicht erlaubt, über die genaue Zuteilung Angaben zu machen.

Kommt das Darlehen schließlich zur Auszahlung, offenbart sich der nächste Pferdefuss dieser Kreditvariante. Zwar ist der nominale Zinssatz, mit dem die Anbieter Kunden locken, im Vergleich sehr niedrig. Der Effektivzins ist dagegen um einiges höher, da jede Menge Gebühren für das Darlehen anfallen. Die Tilgung des Kredits geht wie bei einem ganz normalen Immobilienkredit von der Bank vonstatten. Der Bausparer muss sich auch darüber im Klaren sein, dass der niedrige Guthabenzins das Darlehen nochmals verteuert. Fällt die Ansparphase in eine Hochzinsphase, wo man auf dem Kapitalmarkt währenddessen sein Geld hätte vermehren können, fällt der Verlust umso höher aus.

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