Posts gespeichert unter 'Bausparverträge'
Noch vor einigen Jahren konnte man in der letzten Hochzinsphase aus heutiger Sicht äußerst lukrative Geldanlagen tätigen, die im Vergleich zu den Zinsen, die man im Augenblick erhalten kann, sehr lukrative waren. Selbst eine Anlage in einem Bausparvertrag war auf Grund der Guthabenzinsen interessant. Heute, in eine Niedrigzinsphase, sind bis zu fünf Prozent Verzinsung ein Spitzenwert. Den Bausparkassen sind solche Altverträge natürlich ein Dorn im Augen und aktuell versuchen sie, die Kunden aus solchen Verträgen heraus zu locken.Um die Kunden dazu zu bringen, ihre lukrativen Verträge aufzugeben, bevor sie der Bausparkasse zu teuer werden, schrecken diese auch vor zweifelhaften Methoden nicht zurück. Manche gaukeln ihren Kunden vor, es sei für sie ein gutes Geschäft, die Bausparsumme vor Zuteilungsreife abzurufen und unterbreiten entsprechende Angebote. Der Hintergrund: sobald der Vertrag zuteilungsreif ist, aber kein Darlehen in Anspruch genommen wird, werden Extrazinsen für die gesamten Vertragslaufzeit fällig, manchmal besteht auch ein Anspruch auf Erstattung der Gebühren. Das wäre nicht sonderlich günstig für die Anbieter, da man an solche Kunden wohl nichts verdient hätte.
Andere greifen zu noch extremeren Mitteln, um die Kunden davon abzuhalten, die Zuteilungsreife ihrer Verträge zu erreichen. Ein Bausparkasse stoppt den Lastschrifteinzug für die Beiträge, sobald die Kunden achtzig Prozent der nötigen Summe angespart haben. Leider „vergisst” sie, dies ihren Kunden auch mitzuteilen, so dass viele Verträge unfreiwillig nicht weiter bedient werden. Auch Prämien für den Außendienst sind üblich, für jeden teuren Vertrag, der vorzeitig gekündigt werden kann.
Dabei haben die Kunden nur Vorteile, wenn sie sich nicht aus den renditestarken Verträgen drängen lassen. Nicht nur die hohen Zinsen locken, auch die Wohnungsbauprämie erhöht noch den Gewinn, den man mit dieser Anlage machen kann.
Übrigens ist niemand gezwungen, den Vertrag nach Zuteilungsreife aufzulösen oder ein Darlehen in Anspruch zu nehmen. Ob man danach noch weiter sparen darf, hängt von den Vertragsbedingungen ab und von dem Ausgang einer gerichtlichen Auseinandersetzung, die deswegen augenblicklich läuft.
28. Juli 2008
Das eigene Haus bietet nicht nur vor den Unbilden des Wohnungsmarktes Sicherheit. Wohnungsnot und Mietpreisschübe müssen den Eigenheimbesitzer nicht mehr interessieren. Nicht zuletzt hat auch der drohende Zusammenbruch der gesetzlichen Rentenversicherung dazu geführt, dass viele die eigenen vier Wände als wesentliches Element ihrer Altersvorsorge ansehen. Wer es schafft, die Immobilie bis zum Eintritt ins Rentenalter vollständig zu bezahlen, hat nun sogar noch einen weiteren Vorteil auf seiner Seite.Über die Hälfte aller bisherigen Mieter würde das Wohnen im Eigentum der bisherigen Situation vorziehen, wie eine aktuelle Erhebung herausgefunden hat. Das ist eine schöne Nachricht für die Finanzierungsbranche. Noch schöner ist, dass der Gesetzgeber dieser Entwicklung durch seine Steuergesetzgebung einen zusätzlichen Impuls gibt, ohne das dies beabsichtigt war. Die Abgeltungssteuer, die ab nächstem Jahr die Rendite der Anleger um ein sattes Viertel verkürzen wird, trifft diejenigen nicht, die ihr Geld in Steine investiert haben.
Wer sich ein eigenes Haus anschafft, wird es in aller Regel auch bis zu seinem Lebensende bewohnen wollen. Leider geht dieser Plan nicht immer auf. Der Arbeitsmarkt oder Ereignisse im persönlichen Umfeld machen oft einen Ortswechsel erforderlich. Das Häuschen muss also wieder verkauft werden, was für die meisten eine bittere Entscheidung ist. Immerhin bleibt ihnen eines erspart, nämlich auf den Wertzuwachs, den die Immobilie inzwischen erfahren hat, die neue Abgeltungssteuer zu entrichten. Voraussetzung dafür ist, das man wenigstens 2 Jahre dort auch gewohnt hat. In diesem Fall geht der Fiskus davon aus, dass es sich bei der Immobilie nicht um ein Spekulationsobjekt handelt.
Ebenfalls verschont von der neuen Steuer bleiben solche Anleger, die Immobilien zwecks Vermietung kaufen um ihre Altersvorsorge aufzubessern. Diese Objekte muss man insgesamt 10 Jahre behalten, um nicht in den Verdacht zu geraten, ein Spekulant zu sein.
Wer sich mehrere Wohnungen als Geldanlage nicht leisten kann, sollte über eine Investion in einen Immobilienfonds nachdenken. Das schützt nicht nur vor Mietausfällen, sondern erspart auch viel Verwaltungsarbeit.
28. Juli 2008
Bausparen ist eine der beliebtesten Sparformen hierzulande. Die beinahe hunderjährige Geschichte des Bausparens ist eine einzige Erfolgsgeschichte und ein Ende ist nicht abzusehen. Diese typisch deutsche Erfindung etabliert sich mittlerweile sogar im Ausland. Ein Grund dafür dürfte der äußerst attraktive Zinssatz sein, mit dem alle Bausparkassen werben. Er liebt stets deutlich unterhalb der Zinsen der Banken und anderer Kreditgeber. Auf den ersten Blick erscheint also der Bausparvertrag die günstige Alternative zu sein, um an einen Immobilienkredit zu kommen. Das ist so allerdings nicht ganz richtig, da diese Sparform auch mit einigen Nachteilen einher geht. Dazu muss man sich das Prinzip des Bausparens kurz vor Augen führen. Um an einen Kredit zu kommen, muss man vorher in den Vertrag regelmäßig oder auf einmal mit einer größeren Summe einzahlen. Die Mindesteinlage, die vor einer Darlehensauszahlung erreicht sein muss, wird vorher bei Abschluss des Vertrages vereinbart. Ist das Sparziel erreicht, erhält man ein Darlehen, das um sechzig Prozent höher ist als die vorher eingezahlte Summe, bei der auch die (niedrigen) Guthabenzinsen mit eingerechnet werden.Der Haken bei der Sache ist allerdings, dass man bei Vertragsabschluss nicht wissen kann, wann genau man den Kredit erhalten wird. Es genügt nämlich gerade nicht, die geforderte Einlage zu bringen, vielmehr muss man warten, bis der Vertrag zuteilungsreif ist, wie es im Bausparkassenjargon heißt. Zuteilungsreif ist der Vertrag genau dann, wenn die Bausparkasse genügend Kapital zur Verfügung hat. Dies ist dann der Fall, wenn der Immobilienmarkt gerade eine Hausse durchmacht und entsprechend viele Bau,- und Kaufwillige Verträge abschließen und einzahlen. Das Darlehen wird nämlich aus dem Kapital gewährt, dass die noch auf Zuteilung Wartenden einzahlen. Hier kommt das Solidaritätsprinzip zum Vorschein, auf dem der Bauspargedanke ursprünglich beruht. Den Bausparkassen ist es gar nicht erlaubt, über die genaue Zuteilung Angaben zu machen.
Kommt das Darlehen schließlich zur Auszahlung, offenbart sich der nächste Pferdefuss dieser Kreditvariante. Zwar ist der nominale Zinssatz, mit dem die Anbieter Kunden locken, im Vergleich sehr niedrig. Der Effektivzins ist dagegen um einiges höher, da jede Menge Gebühren für das Darlehen anfallen. Die Tilgung des Kredits geht wie bei einem ganz normalen Immobilienkredit von der Bank vonstatten. Der Bausparer muss sich auch darüber im Klaren sein, dass der niedrige Guthabenzins das Darlehen nochmals verteuert. Fällt die Ansparphase in eine Hochzinsphase, wo man auf dem Kapitalmarkt währenddessen sein Geld hätte vermehren können, fällt der Verlust umso höher aus.
21. Juli 2008
Das Modell des Bausparvertrages wurde bereits in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt und hat sich bis heute nicht nur gehalten, sondern ist eine der beliebtesten Methoden, um für das eigene Häuschen zu sparen. Das Modell ist so erfolgreich, dass es aktuell sogar exportiert wird. Erste Bausparkassen bieten ihre Produkte nun auch schon in Japan und China an und dies sogar mit Erfolg. Das könnte an dem Prinzip liegen, nach dem ein Bausparvertrag funktioniert. Die damalige Idee basierte auf dem Solidaritätsgedanken. Sowohl solche Teilnehmer, die noch in der Ansparphase für ihr Projekt waren, als auch solche, die bereits mit dem Bauen anfangen konnten, sollten sich gegenseitig unterstützen. Während die erste Gruppe ihr Kapital verzinst bekommen und sie eine Option auf einen späteren Kredit erhalten, bekommt der Bauherr diesen Kredit ausgezahlt.Bausparverträge dienen heute nicht mehr nur dem klassischen Zweck der Errichtung eines Einfamilienhauses oder dem Kauf einer Eigentumswohnung. Er ist auch eine interessante Geldanlage, selbst wenn man nicht plant zu bauen oder zu kaufen. Da diese Sparform staatlich gefördert wird, erzielt auch ein Bausparer interessante Renditen. Die Zinsen für ein späteres Darlehen sind limitiert und ermöglichen so auch dann die Umsetzung eines Bauvorhabens, wenn die Fälligkeit in eine Hochzinsphase fällt. Die Vorteile des Bausparens überzeugen noch heute so viele Anleger, das kein anderes Finanzprodukt dem Bausparvertrag bis heute den Rang ablaufen konnte.
Den Kredit erhält man auch heute noch nur nach einer gewissen Wartezeit, nämlich dann, wenn der Vertrag zuteilungsreif ist, wie es im Fachjargon heißt. Für jedes Jahr, in dem man spart, erhält man Punkte. Sind genug Punkte auf dem Konto, kann man das Darlehen in Anspruch nehmen.
Es kommen übrigens noch einige weitere Vorteile hinzu. Das Bauspardarlehen kennt keine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung. Man kann also jederzeit ohne Zusatzkosten den Kredit tilgen. Da der Eintrag im Grundbuch für diesen Kredit nachrangig ist, bekommt man auch weitere Kredite, für die man eine attraktive Sicherheit anbieten kann.
08. Juli 2008