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Solarstrom – das private Kraftwerk

Ein ausgebautes Solardach erzeugt oft mehr Strom und Wärme, als ein einzelner Haushalt im Durchschnitt verbraucht. Daher sind größere Anlagen oft an das Stromnetz angeschlossen und speisen den Überschuss zu einem festen Tarif ein. Verkauft wird dieser Strom dann über den Energieanbieter, in dessen Netz man es eingeleitet hat. So kommt der unmittelbare Nachbar womöglich in den Genuss von Solarstrom, ohne etwas davon zu wissen. Der Unterschied: er wird deutlich mehr dafür bezahlen.Nahe liegend ist jedoch der Gedanke, seinen überschüssigen Strom, so man auf seinem Privathaus eine Solaranlage betreibt, direkt dem Nachbar zu verkaufen. Das funktioniert sogar dann, wenn man zwar ein Dach und eine Solaranlage hat, diese jedoch keine Überschüsse produziert. Dann verkauft man eben nicht den Strom direkt, sondern verpachtet einen Teil seiner Dachfläche.

Der Pächter kann dabei Geld verdienen oder sparen: entweder er nutzt den erzeugten Strom selbst oder er speist ihn in das allgemeine Netz ein. Dafür erhält er die so genannte Einspeisevergütung. Der Eigentümer des Daches dagegen verdient an den Pachteinnahmen, die zwischen fünfzig und achtzig Euro pro Quadratmeter liegen. Je nach Dachgröße kann da ein staatliches Sümmchen zusammen kommen.

Wer nach einer geeigneten Dachfläche sucht, weil sein eigenes Haus für die Installation einer Solaranlage nicht geeignet ist, kann in einer der vielen Internetbörsen, die es für diesen speziellen Bedarf inzwischen gibt, nach einem geeigneten Dach Ausschau halten. Dabei kommt es auf eine möglichst günstige, sonnige Lage des Daches an, damit die Investition sich hinterher auch lohnt. Die Renditen können dank der garantierten Einspeisevergütung äußerst attraktiv sein.

Wer einen geeigneten Partner gefunden hat, sollte mit ihm einen möglichst genauen Vertrag abschließen, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Auch ein entsprechender Eintrag im Grundbuch ist sinnvoll, um das Eigentum und die Nutzung an der Anlage zu dokumentieren.

Wer ein solches Vorhaben plant, sollte es noch in diesem Jahr unter Dach und Fach bringen, da er nur dann die nächsten zwanzig Jahre von der Einspeisevergütung in momentaner Höhe profitieren kann. Nächstes Jahr wird diese nämlich gesenkt.

jetzt kommentieren? 15. Dezember 2008

Dachflächen sinnvoll nutzen

Bei der Gestaltung von Immobilien bleiben die Dachflächen meist ungenutzt. Gerade Flachdächer bieten dagegen viele Gestaltungsmöglichkeiten. Sofern die Statik es erlaubt, kann ein Flachdach auf einer Garage oder auf dem Haus selber zu einer Terrasse ausgebaut werden. Der Aufwand dafür ist minimal, lediglich der Belag muss entsprechend angepasst werden. Die oftmals teerbeschichtete Dachpappe ist als einziger Belag nicht geeignet, da sie durch sie Belastung Schaden nimmt und keine optimale Abdichtung mehr gewährleisten kann. Steinplatten, die mit ein wenig Zwischenraum über der Dachpappe verlegt werden, schonen den Belag und schaffen genug Ablaufmöglichkeit für Regenwasser. Darüber hinaus sollte jede höher gelegene Terrasse mit einer entsprechenden Umzäunung gesichert werden um Unfälle zu vermeiden. Eine Nutzung des Flachdachs als Terrasse muss zudem mit dem örtlich zuständigen Bauamt abgesprochen werden.Wer sein Dach aus verschiedenen Gründen nicht als Terrasse nutzen kann oder möchte, kann über eine Begrünung nachdenken. Diese bietet zusätzlichen Lebensraum für die Tiere in der Stadt, denn Vögel und Insekten finden hier Ruheplätze und Nahrung. Außerdem tragen auch diese kleinen Grünflächen durch die Filterung der Luft zu einem besseren Klima bei. Dachbegrünungen können je nach Anfertigung zusätzlich zur Dämmung des Gebäudes beitragen und helfen auch auf diese Weise, die Umwelt zu schonen. Auch das Regenwasser verbleibt zu einem größeren Teil im natürlichen Kreislauf und wird nicht in die Kanalisation geleitet. Ferner schont die Begrünung den Dachbelag, da sie vor Hagel und starker UV-Einstrahlung schützt.

Eine Dachbegrünung lohnt vor allem bei Dächern mit keinem bis wenig Gefälle. Steile Dächer können meist nur mit einem großen Aufwand bepflanzt werden. Seitliche Kiesränder und Abflüsse sollten vor Bewuchs geschützt werden. Eine Dachbegrünung erfordert demnach regelmäßige Kontrolle und den Beischnitt wuchernder Pflanzen. Auf kahlen Stellen sollte nachgesät werden, da nur ein vollständiger und gleichmäßiger Bewuchs die optimale Wirkung erzielt.

Bei größeren Flachdächern kann die Begrünung durchaus auch mit einem Terrassenbereich kombiniert werden. Auf diese Weise kann auch mitten in der Stadt eine kleine grüne Oase entstehen.

jetzt kommentieren? 29. Oktober 2008

Der Sonne entgegen

Die Energiepreise steigen unaufhörlich. Auch wenn der Ölpreis im Augenblick wieder etwas nach gegeben hat, so ist dennoch mit weiteren erheblichen Preisanstiegen zu rechnen. Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich auch fortsetzen, besonders da fossile Energieträger wie zum Beispiel Öl irgendwann erschöpft sein werden. Die Gewinnung wird immer aufwändiger und teurer, was sich natürlich auch auf die Preise nieder schlägt. Kein Wunder, dass viele Eigenheimbesitzer der kalten Jahreszeit mit Sorgen entgegen sehen. Das Budget für die Heizkosten wird immer größer. Die meisten würden gerne Energie sparen oder sich ganz von der herkömmlichen Heizungsanlage verabschieden. Da letzteres jedoch eine größere Investition erlangt, sofern man vollständig auf neue Energiequellen umsteigen will, schrecken viele noch davor zurück oder sie können es sich zur Zeit nicht leisten. Eine Alternative ist ein langsamer Umstieg, der in kleinen Schritten vor sich geht.Die Sonne ist eine unerschöpfliche Energiequelle, die, sofern die Anlagen erst einmal installiert sind, sich äußerst preiswert nutzen lässt. Dies ist auch in unseren Breitengraden möglich, nicht nur in südlichen Ländern. Pro Quadratmeter strahlt die Sonne in Deutschland pro Jahr beinahe eintausend Kilowattstunden ab, das ist die Energie, die ein cira einhundert Litern Öl steckt. Das macht deutlich, welches Potential in der Solarenergie steckt, wenn es erst einmal richtig genutzt wird. Dies gilt für die Zukunft ganz besonders, da Deutschland im Zuge der Klimaveränderung mit mehr Sonnentagen pro Jahr zu rechnen hat, und mit steigenden Durchschnittstemperaturen natürlich ebenfalls.

Wer Solartechnik einsetzen will, kann schon mit einer Einsteigeranlage beginnen, die man schrittweise je nach Kassenlage ausbauen kann. Mit einer Dachanlage lässt sich so fast das ganze Jahr Warmwasser produzieren, ohne dass man auf die herkömmliche Anlage zurückgreifen muss. Nur im tiefen Winter wird man diese noch ab und zu einsetzen müssen. Ein Ausbau ist auch zu einer so genannte Solarthermie kein Problem mehr, die dann die Heizung ergänzt und bei mäßiger Kälte auch ersetzen kann.

Die nächste Ausbaustufe, um ganz von fossilen Energieträgern weg zu kommen, ist die Installation einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Strom lässt sich mit einer Ausbaustufe produzieren, bei der Photovoltaiktechnik auf dem Dach platziert wird. Nach dem kompletten Umstieg ist man möglicherweise sogar in der Lage, mit seinem Eigenheim mehr Energie herzustellen, als man selbst verbraucht. Dann ist der Schritt zum so genannten Null-Energie-Haus geschafft. Alle Umbaumaßnahmen werden übrigens auch staatlich gefördert.

jetzt kommentieren? 17. Oktober 2008

Energieoptimierung für das Eigenheim

Schön, wenn man es in die eigenen vier Wände geschafft hat. Aber damit der verwirklichte Traum vom eigenen Haus auf Dauer auch bezahlbar bleibt, sollte dem Energieverbrauch im Haushalt erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Die Energieoptimierung beginnt natürlich schon in der Planungsphase. Dabei ist auf eine gute Isolierung und eine effiziente Heizanlage zu achten, die optimaler Weise auf ökologisch günstige Ressourcen wie Holz oder die Sonne zurückgreift. Da Energie immer teurer wird, und ein Ende der Preissteigerungen sehr unwahrscheinlich ist, bedarf es noch weiterer Optimierungen, um den Energieverbrauch und damit die laufenden Kosten für die eigene Immobilie zu senken. Gerade in der Küche finden sich oft viele Stromfresser, die, ohne dass man sich dessen bewusst, große Löcher in die Haushaltskasse reißen. Diese lassen sich jedoch stopfen, ohne das man dabei auf Komfort verzichten müsste. Da ein Hausbau eine kostspielige Angelegenheit ist, die viele Bauherren an die Grenzen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit bringt, neigt so mancher dazu, bei der Innenausstattung den Rotstift anzusetzen. Das gilt oft auch für die Kücheneinrichtung, insbesondere die Elektrogeräte. Das ist jedoch eine falsch verstandenen Sparsamkeit, die einem auf Dauer teuer zu stehen kommt. Zum Beispiel verbrauchen Kühl,- und Gefrierschränke im Haushalt im Schnitt nicht weniger als zwanzig Prozent des Stroms. Das ist ein bedeutender Posten, den man anderswo sinnvoller einsetzen könnte. Vermeiden lassen sich diese Ausgaben, wenn man bei der Anschaffung der Geräte nicht zum billigsten greift, sondern zu dem mit der besten Energieeffizienzklasse. Diese sagt aus, wie sparsam ein Gerät im Betrieb ist. Am optimalsten arbeiten Geräte mit der Einstufung A++. Das macht beim Stromverbrauch im Vergleich veralteten Geräten beinahe eine Unterschied von siebzig Prozent. Die größten Stromfresser tragen die Einstufung G.Nebenbei tut man mit dem Einsatz eines solchen Gerätes auch etwas für die Umwelt, da man CO2 – Emissionen reduziert.

Noch mehr Sparen kann man, wenn man Geräte kauft, die von ihrer Größe an den Haushalt angepasst sind. Nicht genutzter Kühlraum verschlingt unnötigen Strom. Selbst wer viele Vorräte zu Hause lagert, kommt mit etwa einhundert Litern Volumen pro Person aus.

jetzt kommentieren? 16. Oktober 2008

Energie von Mutter Erde

Steigende Energiepreise und die schon allerorten spürbare Klimaveränderung heizen die Nachfrage nach alternativen Energiequellen an, die sowohl umweltschonend als auch bezahlbar sind. Eine dieser Quelle ist die Erde selbst. Ab einer gewissen Tiefe herrscht eine dauernde hohe Temperatur, die mittels Pumpen zum Heizen und zur Stromerzeugung auch für Einfamilienhäuser nutzbar gemacht werden kann. Bevorzugt kommen dabei Elektropumpen zum Einsatz, die die auch im Winter ausreichend vorhandene Wärme aus Erdreich und Grundwasser holen.Mittels einer solchen Anlage lassen sich bis zu dreiviertel der konventionellen Energiequellen einsparen, die nicht mehr zum heizen und zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden müssen. Die in der Erde gespeicherte Energie stammt letztlich von der Sonne, wobei die Pumpe diese Energie dem Speichermedium entzieht und soweit aufheizt, dass damit ein Gebäude versorgt werden kann. Dazu muss zwar zusätzliche Energie in Form von Strom zugegeben werden, dennoch ist der Einspareffekt ganz erheblich.

Um an die gespeicherte Wärme zu gelangen, werden Sonden ins Erdreich eingelassen, die bis zu einhundert Metern in die Tiefe reichen. Alternativ kann man so genannte Wärmekollektoren zum Einsatz bringen. Diese werden nur wenige Meter tief platziert, was die Sache deutlich preiswerter macht. Allerdings benötigt man ein erhebliche Anzahl der Kollektoren, so dass dies nur bei ausreichender zur Verfügung stehender Fläche möglich ist.

Die Technik ist bis dato in der Installation noch deutlich teurer als eine konventionelle Heizanlage. Für eine Einfamilienhaus muss man mit etwa zwanzigtausend Euro für die gesamte Anlage rechnen, was ein Vielfaches der Kosten ist, die etwa für eine Gasheizung veranschlagt werden müsste. Ist die Anlage aber erst einmal betriebsbereit, kommt sie praktisch ohne jede Wartung aus, so dass keine Folgekosten entstehen, die bei einer konventionellen Heizung wiederum permanent fällig werden. Im übrigen kann man Fördergelder in Anspruch nehmen, was den Preisunterschied zur herkömmlichen Technik nochmals relativiert. Da man bis zu fünfzig Prozent der jährlichen Kosten spart, amortisiert sich die Investition schon nach kurzer Zeit.

jetzt kommentieren? 28. August 2008

Sonnenbrille für Häuser

Ohne großzügigen Einsatz von Glas wäre moderne Architektur wie wir sie kennen gar nicht denkbar. Die augenblickliche architektonische Mode verlangt nach möglichst viel Glas am Gebäude. Dies betrifft sowohl Fenster als auch die in den letzten Jahren populär gewordenen Wintergärten. Leider hat Glas einen entscheidenden Nachteil, der sich vor allem im Sommer bemerkbar macht. Das Material lässt die Sonnenstrahlen und somit deren Energie fast ungehindert passieren. Jeder kennt das Phänomen, wenn nicht von zu Hause, dann doch bestimmt aus dem Auto, das sich Räume mit großen Fenstern rasch aufheizen dafür aber nur langsam wieder abkühlen. Im Winter ist das Problem umgekehrt. Standardglas ist ein schlechter Isolator und hält die teuer erkauft Wärme nicht lange im Raum. Um nicht auf den Vorzug von viel Licht und der Ästhetik von viel Glas verzichten will, kann heute auf moderne Materialien zurückgreifen, die sowohl isolieren und auch die Vorteile großer Fensterfronten erhalten.So genannte Sonnenschutzgläser verhindern zwar, dass die Sonnenwärme in die Räume eindringt, lassen aber gleichzeitig sehr viel Licht hinein. Dieser Effekt wird durch eine sehr dünn aufgetragene unsichtbare Beschichtung aus Metall erreicht. Diese Beschichtung lässt nur Strahlung einer bestimmten Wellenlänge durchdringen. Der Filtereffekt kann maximal achtzig Prozent der Wärmeenergie draußen halten was eine Temperaturdifferenz im Inneren von bis zu fünf Grad ausmacht. Im Gegensatz zu anderen Schutzmaßnahmen wie Rollläden bleibt so die freie Sicht nach draußen erhalten und die Räume erhalten ausreichend Licht. Mit bloßem Auge ist der Unterschied zu gewöhnlichen Fenstern kaum auszumachen. Keinen Schutz bieten diese Gläser dem Auge vor allzu starker Helligkeit. Wer darauf sensibel reagiert, dem ist mit Sonnenschutzgläsern nicht geholfen.

Dieses Spezialglas ist allerdings ein gutes Stück teurer als gewöhnliches Fensterglas. Nur das Glas kostet bis zu sechzig Euro mehr pro Quadratmeter. Dies ist jedoch eine Anschaffung, die sich über die Jahre gerechnet amortisieren dürfte, da solche Fenster wenigstens dreißig Jahre ihren Dienst tun werden. Allein die Ersparnis an Heizkosten im Winter können die Zusatzkosten wieder rasch hereinholen, da der Isoliereffekt auch in die umgekehrte Richtung funktioniert.

jetzt kommentieren? 25. August 2008

Wohnen ohne Energieverbrauch – eine Zukunftsvision?

In Zeiten, in denen viele darüber nachdenken müssen, wie sie ihre Heiz,- und Stromkosten bezahlen sollen, träumt so mancher Hauseigentümer davon, in Punkto Energie ein Selbstversorger zu sein, so wie es in früheren Zeiten ohnehin jeder war. Dies ist grundsätzlich mit heutiger Technik bereits machbar, zum Beispiel ein Haus, dass seinen gesamten Energiebedarf aus der Sonne bezieht. Damit die Energie nicht ins Haus hinein gelangt, sondern die in Form von Wärme auch möglichste lange drinnen bleibt, gibt es heute fortschrittliche Baustoffe und innovative Heizungssysteme. Eine Vorstufe eines solchen Null-Energie-Hauses ist das so genannte Passivhaus, das mit wenig Energie auskommt, aber eben doch auf Nachschub von außen angewiesen ist. Zwar entwickelt sich letztgenanntes inzwischen langsam zum Standard für Einfamilienhäuser. Die totale Selbstversorgung ist jedoch nach wie vor nur mit hohem Aufwand zu erreichen, das bedeutet auch mit hohen Kosten.So muss die Isolierung eines Null-Energie-Hauses noch wesentlich verstärkt werden gegenüber einem Passivhaus, damit so wenig wie möglich Wärme verloren gehen kann. Dafür kann man auf eine Heizung komplett verzichten. Wir es einmal besonders kalt, steht eine sonnenbetriebenen Wasserstoffanlage für solche Ausnahmefälle bereit. Da man im Null-Energie-Haus genauso wenig wie im Passivhaus Fenster öffnen kann, oder es zumindest nicht sollte, ist eine fortgeschrittene Be,- und Entlüftung erforderlich. Der ausströmenden Luft wird dabei die Wärme entzogen und zusammen mit frischer Luft wieder ins Haus zurück geführt. Warmes Wasser erzeugen Sonnenkollektoren, die auch Strom erzeugen, sofern man sich nicht für ein Windrad entscheidet. Ein solches Gebäude ist auch unabhängig von der öffentlichen Wasserversorgung, da es Vorrichtungen zur Aufbereitung von Regenwasser besitzt.

Zwar werden alle Techniken und Materialien für ökologisch ausgelegte Gebäude immer günstiger, dennoch lässt sich das Null-Energie-Haus im Augenblick noch nicht zu ökonomisch vertretbaren Kosten bauen. Ein Passivhaus kann heute zu eine Quadratmeterpreis von etwa dreizehnhundert Euro gebaut werden. Das Null-Energie-Haus würde wesentlich mehr kosten. Allerdings gibt es für alle ökologische Bauweisen Zuschüsse und günstige Kredite vom Staat.

jetzt kommentieren? 21. August 2008

Energieausweis und Datenschutz

Seit diesen Monat gelten die neuen Regelungen für des so genannten Energieausweis, auch Gebäudepass genannt. Sinn dieser neuen bürokratischen Erfindung soll es sein, den Energieverbrauch eines Gebäudes für potentielle Mieter oder Käufer transparent zu machen. Die Grundidee dabei ist, die Immobilieneigentümer durch den Zwang, diese Daten interessierten Dritten zugänglich machen zu müssen, zu Energiesparmaßnahmen zu bewegen. Die Hoffnung des Gesetzgebers und derjenigen, die ihn zur Einführung dieses Instrumentes überreden konnten, besteht darin, dass Gebäude mit schlechten Werten auch an Marktwert verlieren werden. Die Motivation der Eigentümer zu investieren, wird sich also aus der Angst vor finanziellen Einbußen speisen. Betroffen sind erst einmal alle Gebäude, die bis zum Jahr 1965 fertig gestellt wurden. Ab nächstem Jahr gibt es keine Einschränkungen mehr, dann muss jeder Hausbesitzer die Kosten für den Energiepass aufbringen. Von diesem Ausweis werden zwei Varianten angeboten, eine etwas preiswertere und eine sehr teure. Beiden ist gemeinsam, das ihre Aussagekraft gegen Null tendiert. Für welchen man sich entscheidet, ist also letztlich eine Frage der persönlichen Steuerlast, da man die Kosten dafür als Sonderausgaben gelten machen kann.Variante eins weist den Energieverbrauch an Hand der letzten drei Heizkostenabrechnungen aus. Ihm ist also zu entnehmen, wie viel Energie das Haus oder die Wohnung konkret verbraucht haben. Wirkliche Erkenntnisse kann man daraus als potentieller Mieter oder Käufer allerdings auch nicht gewinnen, da diese Werte sehr von der individuellen Praxis und den Lebensgewohnheiten der Bewohner abhängen. Im Übrigen ist ein Ausweis, der lediglich die vergangene Heizkostenabrechnung zusammenfasst, nachhaltig sinnlos. Auch ohne offizielles Dokument kann jeder diese Daten den Abrechnungen selbst entnehmen, wenn er sich dafür interessiert.

Die kostspielige Variante ermittelt den Energieverbrauch auf theoretischer Basis an Hand der Beschaffenheit des Gebäudes und seiner Technik und Wärmedämmung. Man kann dann nachlesen, was man darin eigentlich an Energie benötigen würde, wenn die Berechnungen zutreffen und man so heizt, wie es das Modell vorsieht. Hier weiß ein künftiger Bewohner noch viel weniger, was an Heizkosten auf ihn zukommt, da dies mit dem tatsächlichen Verbrauch rein gar nichts zu tun hat. Immerhin ist der Ausweis eine schöne Konjunkturspritze für alle betroffenen Berufe. Ausstellen dürfen diese Papiere etwa Architekten, von denen viele ohnehin unterbeschäftigt sind. Vorerst hat man unter beiden Versionen noch die freie Wahl, jedoch gehört nicht viel Fantasie dazu sich vorzustellen, welches Modell letztlich den Sieg davon tragen wird.

Datenschutzrechtlich bedenklich ist zumindest Variante eins noch obendrein. Um diese Ausweis zu erstellen, benötigt man die individuellen Daten des Wohnungsmieters bezüglich seiner Heizkosten. Nun gehen diese Werte Dritte eigentlich gar nichts an. Daher weist der Datenschutzbeauftragte schon einmal darauf hin, dass man dazu die Einwilligung des Mieters benötigt, jedenfalls wenn der Ausweis konkret für eine Wohnung erstellt wird. Geht es um ein Mehrfamilienhaus, lassen die Werte im Pass dagegen keine Rückschlüsse auf den individuellen Verbrauch einer bestimmten Partei zu und sind daher datenschutzrechtlich unbedenklich.

jetzt kommentieren? 22. Juli 2008