Forward-Darlehen für Anschlussfinanzierung sichern

25.April 2009

Die meisten Käufer oder Bauherren müssen für die Finanzierung ihres Eigenheims einen Kredit bei einer Bank aufnehmen. In der Regel läuft die Rückzahlung über zehn bis fünfzehn Jahre, vereinzelt auch länger. Läuft der Kreditvertrag aus, bleibt eine Restschuld auf den gesamten Finazierungsbetrag. Sofern der Bauherr genügend Eigenkapital ansparen konnte, kann er die Restschuld mit seinem Geld auslösen. Ist dies nicht der Fall, bietet sich ein Anschlussdarlehen an, dass die meisten Banken gerne gewähren, denn der Kunde hat seine Finanzkraft durch die monatlichen Rückzahlungen lange bewiesen.

 

Anschlussdarlehen werden oft zu schlechten Bedingungen vergeben, vor allem die Zinssätze weichen deutlich von denen für die Langzeitfinanzierungen ab. Dies ist bedingt durch die kurze Laufzeit der Verträge. Für Kunden, deren Kreditvertrag innerhalb der nächsten fünf Jahre ausläuft, gibt es die Möglichkeit, sich im Voraus besonders günstige Zinssätze zu sichern: das Forward-Darlehen.

Dafür unterschreibt der Kunde einen weiteren Vertrag für ein Annuitätendarlehen, in dem die Rückzahlungsbedingungen festgehalten werden. Wie bereits bei der ersten Kreditaufnahme setzt sich die monatliche Rückzahlung aus Zins und Tilgung zusammen und kann individuell bestimmt werden. Die Auszahlung der Darlehenssumme erfolgt zu einem festgelegten Zeitpunkt, der vorher bestimmt werden kann. Zum Abschlusszeitpunkt des Forward-Darlehens kann bereits die zukünftige Zinshöhe festgelegt werden. Vor allem zu Zeitpunkten mit sehr niedrigen Zinsen greifen Bauherren und Käufer gerne auf die Möglichkeit des Forward-Darlehens zurück, denn es schließt die Kreditaufnahme zu hohen Zinsen im Voraus aus.

 

Dennoch sollte der Abschluss eines Forward-Darlehens gut überdacht sein, vor allem dann, wenn es bereits deutlich vor dem Ende der Laufzeit der aktuellen Hypothek aufgenommen wird. Niemand kann die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen abschätzen, es kann durchaus vorkommen, dass diese in der Zeit bis zu der Anschlussfinanzierung weiter fallen oder zumindest stagnieren. Der Vertrag für das Forward-Darlehen ist in jedem Fall bindend, so dass es keine Möglichkeit gibt, dann auf günstigere Darlehen zurückzugreifen. Darüber hinaus wird auf den laufenden Vertrag eine Zinserhöhung von 0,02 bis 0,06 Prozent fällig. Auch diese kleinen Beträge sind eine finanzielle Mehrbelastung, die sich möglicherweise nicht rentiert.

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